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„Davon habe ich seit meiner Kindheit geträumt“ – Nelly Korda über ihren Sieg

Nelly Korda feiert bei der U.S. Women’s Open in Riviera einen der emotionalsten Siege ihrer Karriere. (Photo by David Cannon/Getty Images)

Nelly Korda gewinnt die U.S. Women’s Open und spricht danach über Kindheitsträume, Zweifel, mentale Stärke und den entscheidenden Putt.

Nelly Korda saß neben der Trophäe der U.S. Women’s Open und suchte zunächst nach Worten. Nicht, weil ihr der Moment fremd war, sondern weil er so lange Teil ihrer Vorstellung gewesen war. Der Sieg im Riviera Country Club war für die Amerikanerin nicht einfach ein weiterer großer Titel, sondern die Erfüllung eines Traums, der für sie schon als Teenager begonnen hatte. „Der Traum dieses 14-jährigen Mädchens, das 2013 in Sebonack auf die Range gegangen ist, ist jetzt wahr geworden“, sagte Korda nach ihrem Triumph. Später fasste sie den Moment noch einfacher zusammen: „Ich habe seit meiner Kindheit von diesem Moment geträumt.“

Dabei beschrieb Korda ihren Erfolg nicht als perfekte Golf-Demonstration, sondern als harten Kampf. Die Woche sei ein „Grind“ gewesen, geprägt von Unsicherheiten, Anpassungen und Momenten, in denen sie sich mehr über mentale Stärke als über spielerische Leichtigkeit im Turnier hielt.„Ich hatte nicht einmal das Gefühl, annähernd mein bestes Golf zu spielen. Ich habe mich da draußen einfach durchgebissen.“, erklärte Korda. Genau darin lag für sie auch der Kern eines Major-Sieges: Nicht immer entscheide das beste Golf, sondern die Fähigkeit, auch mit Problemen im Schwung, schwierigen Lagen und Druck im Kopf präsent zu bleiben.

Nelly Korda und der Traum von der U.S. Women’s Open

Ein zentrales Thema war Kordas besondere Beziehung zur U.S. Women’s Open. Dieses Turnier hatte für sie immer eine große Bedeutung, weil dort ihr Traum vom Leben auf der LPGA Tour begonnen hatte. Gleichzeitig war es lange ein Major, bei dem sie nicht ihr bestes Golf zeigen konnte. „Jedes Jahr habe ich nie wirklich gut gespielt. Ich war immer über Par oder habe mir an einem Loch alles kaputt gemacht“, sagte Korda. Der Traum sei ihr dadurch zwischenzeitlich fast entglitten, habe sie aber gleichzeitig weiter motiviert.

Eine wichtige Rolle spielte für sie die Erfahrung aus dem Vorjahr in Erin Hills. Dort hatte sie gespürt, dass sie bei einer U.S. Women’s Open nicht nur dabei sein, sondern tatsächlich um den Titel kämpfen kann. Am Finaltag in Riviera versuchte sie deshalb, den großen Traum auszublenden und nur den nächsten Schlag zu sehen. „Als ich bei Erin Hills in der Verfolgerrolle war, hatte ich irgendwie diesen Wendepunkt: Okay, kann ich im Rennen sein? Ich kann das. Ich kann bei einer U.S. Women’s Open spielen und um den Titel mitkämpfen. Ich kann den Traum beiseiteschieben und mich auf das konzentrieren, was direkt vor mir liegt. Genau darauf habe ich heute wirklich versucht, mich zu fokussieren. Als ich auf die Back Nine ging, haben Jay und ich nur über eines gesprochen: einen Schlag nach dem anderen. Nicht zu weit vorausdenken. Nicht auf das Leaderboard schauen und sehen, was die anderen machen. Es ging einfach nur um einen Schlag nach dem anderen.“

Der Putt, der den Titel möglich machte

Der sportliche und emotionale Höhepunkt kam auf der 17. Bahn. Korda wusste zu diesem Zeitpunkt genau, wo sie stand. Das Leaderboard lag vor ihr, die Ausgangslage war klar, der Putt musste fallen. „Ich wusste, dass ich ihn einlochen musste“, sagte sie später. Für eine Spielerin, die ihre Emotionen auf dem Platz sonst eher kontrolliert zeigt, war ihre Reaktion danach deutlich: Korda ballte beide Fäuste, weil sie wusste, welche Bedeutung dieser Moment hatte. „Dieser Putt ist der Grund, warum ich hier sitze“, sagte sie in der Pressekonferenz.

Auch auf der 18 blieb es angespannt. Schon der Weg zur letzten Bahn war für Korda ein Balanceakt zwischen Vorfreude und Selbstkontrolle. Die Kulisse in Riviera, das Clubhaus, die Zuschauer und die besondere Atmosphäre ließen sie kurz an den Moment denken, in dem sie die Trophäe in die Höhe stemmen würde. Doch sie musste sich selbst bremsen. „Ich musste mir ein paar Mal sagen: Bleib im Moment, bleib im Moment“, erklärte Korda. Immer wieder habe sie sich daran erinnert: „Der Job ist noch nicht erledigt.“ Am Ende wurde der Sieg auch zu einem Moment für ihr Team und ihre Familie. Korda sprach über die Unterstützung ihres Caddies Jay, über ihre Schwester und über die Bedeutung der Menschen um sie herum. Gerade weil diese Woche nicht perfekt war, wirkte der Triumph umso emotionaler. Technische Zweifel, Druck auf den letzten Löchern und die lange Geschichte mit diesem Turnier machten aus dem Titel mehr als nur einen weiteren Eintrag in ihrer Statistik.

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